Topfpflanzengroßhändler im BGI fordern mehr Vorbereitungszeit
Die Großhändler für Topfpflanzen im BGI haben sich auf Ihrer Tagung am 8. und 9. Juli 2010 in Kevelaer umfassend mit der Einführung der RFID Technologie für CC Container beschäftigt. Grundsätzlich begrüßen die deutschen Großhändler die Einführung dieser Technologie, bemängeln aber deutlich die Art und Weise der Vorbereitung durch die Container Centralen. Der private Fachgroßhandel wurde bisher nicht ausreichend in das umfassende Projekt mit einbezogen.
Eigener Container-Pool möglich
Die Gruppe kritisiert besonders den Einführungstermin zum 10. Januar 2011 und fordert die Container Centralen auf, diesen Termin deutlich zu verschieben. Die Zeit soll genutzt werden, um gemeinsam an den offenen Problemen zu arbeiten. Bei Einführung des RFID-Systems vor der Lösung sämtlicher Fragen, befürchten die Großhändler im BGI einen Zusammenbruch eines bisher stabilen Logistikkonzeptes genau zur Saison 2011 und den damit für alle Beteiligten erhebliche wirtschaftlichen Schaden.
Parallel dazu bereiten sich die Großhändler deshalb darauf vor, einen eigenen Container-Pool zu installieren. Eine ähnliche Bewegung gibt es auch bereits in den Niederlanden.
Mangelnde Resonanz im Handel
Die Großhändler haben in einer Befragung festgestellt, das eine große Interessensgemeinschaft aus deutschen, niederländischen und europäischen Händlern, Produzenten und Spediteuren sowie nahezu alle deutschen und europäischen Einzelhändler, vom Discounter bis zur Einzelhandelsgärtnerei, nicht an der geplanten RFID Einführung teilnehmen werden. Es zeichnet sich ab, dass der Einzelhandel bei Einführung des Systems keinerlei Verpflichtungen übernehmen wird. Vor allen Dingen werden hier keine finanziellen Mittel für Scanner, Schulung und Personal zur Verfügung gestellt werden.
Gründe dafür sind u.a.:
• Über 100.000 europäische Handels- und CC-Partner können nicht kurzfristig mit entsprechenden Scannern ausgestattet werden. Auch müssen die entsprechenden Mitarbeiter geschult und trainiert werden.
• Besonders in der Saison sind unzählige LKW, auch mit Fremdspediteuren und Umladestellen zu nennen. Jedes Fahrzeug müsste, auch wenn es nur einmal fährt, mit Scanner ausgerüstet sein. Auch jeder Fahrer müsse geschult werden.
• Jeder in der Lieferkette ist betroffen, auch bei geringer Handelstätigkeit. Es scheint aber unrealistisch, auch kleinste Marktteilnehmer mit Scannern auszurüsten und zu schulen.
• Es besteht die Gefahr, dass der Großhandel zur Auffangstation für nicht-lizensierte CC wird.
• Lösungsvorschläge für juristische Regelungen bei Problemen mit den RFID-Chips zwischen den hunderttausenden von Handelspartnern existieren nicht. Was geschieht z.B. bei Nicht-Lesbarkeit von Chips bei Anlieferung oder Rücknahme irgendwo in Europa?
Die Topfpflanzengroßhändler im BGI haben sich mit einem umfangreichen Fragenkatalog direkt an die Container Centralen gewand und erwarten eine Klärung der Situation bis Ende Juli 2010. Ein weiteres Abstimmungsgespräch zwischen den Großhändlern erfolgt noch diesen Sommer.
Netzwerk erfolgreich
Das Netzwerk der Topfpflanzengroßhändler im BGI wächst stetig an. Mitglieder und Unterstützer sind zur zeit Sven Landschoof (Pflanzen-Agentur-Nord GmbH), Karl Voges (Gartenbauzentrale e.G.), Heinrich Hain (Hans Heinrich Hain GmbH), Norbert Engler (EPS GmbH), Ferdinand Schiplack (Markt und Dienstleistung), Gerhard Twiling (SaarGärtner GmbH), Ulf Schweighöfer (Blumen und Gemüse Ein- und Verkaufsgenossenschaft Ulm eG), Michael Bongers (Gasa Germany GmbH), Johannes Halfmann (Johannes Halfmann Topfpflanzengroßhandel), Werner Thielen (Intermarkt Thielen GmbH), Hans Gerd Cox (Gebrüder Cox GmbH), Georg Lehrhuber (Mediflora Lehrhuber GmbH), Christine Elbers (Eurofleurs Elbers GmbH), Thomas Schmid (Gartenbau Rednitzhembach Schmid GmbH & Co.KG) und Jan Roelofs (Jan Roelofs & Sohn O.H.G., Präsident BGI).









